Leukämierisiko im Umkreis von AKWs signifikant erhöht

IPPNW-Presseinformation vom 4.8.2011:

Kleinkinder im Nahbereich von Atomkraftwerken haben ein um 44 % erhöhtes Risiko an Leukämie zu erkranken. Das belegt eine heute im Strahlentelex veröffentlichte Metaanalyse des Wissenschaftlers Dr. Alfred Körblein. Die gemeinsame Auswertung von Daten aus Deutschland, Großbritannien und der Schweiz zeigt im 5km-Bereich eine signifikant um 44 Prozent erhöhte Leukämierate gegenüber der Rate im Entfernungsbereich größer als 5 km (p=0,004).


Und warum ist das so?
Atomkraftwerke setzten auch im normalen Betrieb Radioaktivität frei. Bei der Spaltung von Uran entstehen auch radioaktive Edelgase, wie z.B. Krypton-90. Dieses kann nicht aus den Abgasen des Kraftwerk gefiltert werden. Da die Halbwertszeiten dieses Gases bei ca. 5 min liegt, versucht man das Abgas in Tanks möglichst lange zu lagern, bevor man es schließlich in die Atmossphäre entläßt. Das Krypton ist zwar zu großen Teilen bereits im Tank zerfallen, aber immer noch vorhanden und gelangt so regelmäßig in die Umwelt.

Dort zerfällt das Krypton-90 in Strontium-90, welches als Feststoff nun in ganz kleinen Partikeln vom Himmel fällt und mit dem Wind noch bis zu 100km weit geweht werden kann. Da Krypton schwerer als Luft ist, sammelt es sich in Bodennähe an und wird nicht gleichmäßig in der Luft verdünnt.

Strontium-90 reichert sich in den Knochen an und verursacht Leukämie und Knochenkrebs. Die Bewohner im Umkreis eines AKW atmen es ein und sie nehmen es mit dem Trinkwasser und den lokalen Agrarprodukten in sich auf.

Ähnlich verhält es sich mit anderen gasförmigen radioaktiven Isotopen. Nach Zerfall ensteht ein Feststoff, welcher atomweise irgendwo zu Boden fällt. Auch durch Lecks in den Kühlkreisläufen können radioaktive Elemente in die Umwelt gelangen.

Eine ausführliche Darstellung der Problematik in englischer Sprache findet sich auf http://www.nuclearcrimes.org, sowie weitere Artikel zum Thema.

Über den Handel gelangen die kontaminierten Lebensmittel aus dem Nahbereich eines AKWs in alle Ecken Deutschlands. Über ihr Essen gelangen radioaktives Iod, Cäsium, Strontium und andere Elemente auch in Ihren Körper und reichern sich in der Schilddrüse, der Blase oder den Knochen an.

Das Grundrecht auf Leben und  körperliche Unversehrtheit jedes Einzelnen und indirekt seiner potentiellen Nachkommen (Genschäden) wird durch diesen radioaktiven Fallout und Verseuchung unserer Nahrungsmittel verletzt.

Der Betrieb von Atomkraftwerken ist somit verfassungswidrig.

Aufgrund der wissenschaftlichen Faktenlage wissen wir um die hohe Gefährlichkeit von Radioaktivität seit mind. 30 Jahren. Wer es leugnet, schön redet und/oder ein AKW betreibt, macht sich des versuchten Massenmordes und des Mordes an jedem einzelnen Krebsopfer schuldig – ob vorsätzlich oder grobfahrlässig aus Habgier oder Dummheit sollen Richter entscheiden!

Wo ist denn nun die Staatsanwaltschaft? Wer schützt uns Alle vor diesen Kriminellen? Offenbar nicht die dafür angestellten Staatsdiener.

Nur Greenpeace scheint den Willen und die Mittel zu haben, eine entsprechende Verfassungsklage anzustrengen.

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