Prof. Kodama empört über grobe Fahrlässigkeit der Regierung

EX-SKF blog: http://ex-skf.blogspot.com/

Sichtbar erregt berichtet Prof. Kodama über die Erkenntnisse seines Instituts zur Schwere und Ausmaß der Kontamination und fordert die Regierung zum umgehenden Handeln auf.

Seine Rede mit deutschem Untertitel kann man auf YouTube finden. Eine kurze Zusammenfassung befindet sich am Ende des Artikels.

Wichtige Aussagen seines Vortrags in Deutsch:

  • Professor Tatsuhiko Kodama ist Leiter des Radioisotopen-Zentrum an der Universität Tokyo. Am 27. Juli erschien er als Zeuge des Komitees für Sozialfürsorge und Arbeit im japanischem Parlament.
  • Am 15. März um 9 Uhr wurden 5 Micro-Sievert/Std  in der Tokai-Mura, Ibaraki Prefektur, gemessen und das Ministerium für Bildung und Wissenschaft gemäß Artikel 10 darüber informiert
  • [In Ermanglung offizieller Zahlen und] Basierend auf der thermischen Leistung des Reaktors wurde geschätzt, dass bisher die 29.6-fache Menge [an Radioisotopen]  als beim Abwurf der Atombombe auf Hiroshima freigesetzt wurden.
  • Die Radioaktivität verteilt sich nicht konzentrisch um das Kraftwerk, sondern unregelmäßig und bis in weite Entfernung.
  • Geigerzähler des US Militärs wurden nicht verwendet, da niemand das englische Handbuch verstand und man die Personen vor Ort erst in die Bedienung  einweisen musste.
  • Es werden keine zeitgemäßen Strahlungsmessgeräte verwendet, obwohl dies für ein Land wie Japan ohne Weiteres möglich wäre.
  • Alles muss gemessen werden um eine weitere unkontrollierte Ausbreitung von Radioaktivität zu verhindern.
  • Radioaktivität ist besonders gefährlich für die DNA während der Zellteilung.
  • Eine Messung der inneren Kontamination in Sievert/Zeit ist bedeutungslos, da die Alpha und Beta Strahler in den Zellen direkt auf die Zelle und in unmittelbarer Nähe der DNA wirken und dort zu Strangbrüchen führen.
  • Massiver Anstieg verschiedenster Krebsarten ist zu befürchten. Die Prognose wird durch aktuelle Statistiken zu den Auswirkungen von Tschnobyl gestützt.
  • Bereits geringe radioaktive Belastung führt zu mehr Krebs.
  • Es wird extrem aufwendig und teuer die Kontamination in den betroffenen Gebieten zu reduzieren. Als Beispiel wird die Dekontamination eines Cadmium-verseuchten Geländes angeführt. Dazu wurden bisher in Japan erhebliche Geldmengen aufgewandt – der Schaden durch Fukushima ist 1000mal größer und entsprechend deutlich teurer.
  • Kontamination läßt sich mit einfachen Mitteln stark reduzieren, allerdings verbleibt immer ein nur schwer zu entfernender Rest von 0.5 MicroSv/h (2-3 mal die natürliche Hintergundstrahlung).
  • Es ist nicht möglich, ein Gebiet vollständig zu dekontaminieren.
  • Aus Fukushima kommt regelmäßig Nachschub (aktuelle Schätzungen 1 Milliarde Bq/h). Schulen und ähnliche Einrichtungen sollten also regelmäßig dekontaminiert werden, damit die Strahlung dort möglichst niedrig gehalten wird.
  • Nach 3 Monaten hat die Regierung immer noch nichts [zum Schutz der Kinder und Bevölkerung] unternommen, und dies macht den Proffesor zutiefst wütend.
  • [Die aktuellen verantwortungslosen Vorgänge] sind das Ergebnis grober Fahrlässigkeit des japanischen Parlaments.
  • Was in aller Welt tut das japanischen Parlament, während 70,000 Menschen aus ihren Häusern gezwungen werden und umherziehen?
  • Am Ende konnte Prof. Kodama nur drei seiner vier Forderungen artikulieren – wahrscheinlich wegen einer Beschränkung seiner Redezeit.

Weitere Informationen:
http://ex-skf.blogspot.com/2011/07/professor-tatsuhiko-kodama-of-tokyo.html
http://ex-skf.blogspot.com/2011/07/part-2-professor-tatsuhiko-kodama-of.html
http://ex-skf.blogspot.com/2011/07/part-3-professor-tatsuhiko-kodama-of.html

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*