Leben im amerikanischem “Gasland”

Vor über 20 Jahren wurden in den USA an verschiedenen Stellen ausgedehnte Vorkommen an Erdgas gefunden, welches über “Fracking” des Bodens gewonnen werden kann. Die steigende Nachfrage nach Energie und Suche nach einer heimischen Energiequelle führten dazu, dass seitdem tausende Bohrlöcher entstanden sind, welche weite Gebiete der USA fast lückenlos bedecken. Leider blieben dabei der Umweltschutz und die Umwelt auf der Strecke.

Unter der Regierung Bush wurden eine ganze Reihe vom Umwelt- und Wasserschutzgesetzen geändert, sodass die nationale Gasindustrie unkontrolliert Chemikalien für den Fracking-Prozess in den Boden verpressen darf.

Das Chemikalien-Wasser-Gemisch (Fracking-Fluid)  enthält eine große Anzahl verschiedener Verbindungen, welche mehrheitlich gesundheitsschädlich sind. Einige der enthaltenen Verbindungen werden sogar von der Industrie geheimgehalten.

Da der Boden beim Fracking mit diesem Gemisch hydraulisch aufgeweitet wird und die Risse mit dem Chemie-Cocktail ausgefüllt werden, kann es offensichtlich auch passieren, dass die Flüssigkeit einen Weg in das Grundwasser oder auch die Oberfläche finden kann.

Es wird von Fällen berichtet, in denen das Grundwasser in der Nähe der Bohrlöcher mit Erdgas und Chemikalen verunreinigt ist und nach Analyse in keinem Fall mehr zum Trinken geeignet ist. Teilweise kann man das im Leitungswasser enthaltene Methan mit einem Feuerzeug entzünden!

Doch nicht nur die Wasserversorgung ist durch die in Wild-West-Manier durchgeführte Gasförderung gefährdet. Die Gas-Kondensatoren und Gastrockner trennen das Erdgas/Frackfluidgemisch und verdampfen dabei die flüchtigen organischen Verbindungen, welche dann als Abgase direkt in die Atmossphäre entsorgt werden. Auf diese Weise werden von der Gasindustrie in Texas mehr Schadstoffe in die Luft freigesetzt als vom kompletten Strassenverkehr des Staates.

Auch diese gasförmigen Emissionen sind schädlich und werden für eine Reihe von chronischen Krankheiten und verschiedene Arten von Gehirntumoren verantwortlich gemacht. Aufgrund der hohen Anzahl von Gasanlagen werden insgesamt grosse Mengen dieser Stoffe freigesetzt. Die Konzentrationen liegen in manchen Gebieten deutlich über zulässigen Grenzwerten.

Ähnlich der Atomindustrie kippt man Abfälle – hauptsaächlich zurückfließendes Fluid – in die Landschaft. Meist wird die Brühe einfach in eine offene Grube geleitet. Ein echtes Entsorgungskonzept gibt es hierfür nicht und sollte ein Becken auslaufen, kann es zu einer ernsthaften Vergiftung des Oberflächenwassers und der abwärts liegenden Flüße kommen.

Kurzum, der amerikanischen Gas-Industrie und ihren Lobbyisten in der Regierung ist es gelungen, weite Gebiete der USA gleichmäßig unter einer Glocke aus schädlichen Gasen chronisch zu vergiften. Und sollte das Fracking-Fluid in Zukunft vermehrt wieder an der Oberfläche und im Grundwasser auftauchen, dann ist ein Versorgungsproblem mit sauberem Wasser absehbar. Und zwar für große Teile der USA.

Die Gesundheitsbehörden der USA und die Aktivisten können aufgrund der Anfangs erwähnten Gesetzesänderung nichts dagegen machen. Ob und wann  und vor Allem von Wem die giftigen Stoffe entsorgt werden, ist unklar. Wahrscheinlich werden diese Kosten am Ende die Bürger zahlen, während die Profiteure ihre Gewinne geniessen.

Im Detail mehr dazu unter http://www.gaslandthemovie.com/

Auch in Europa einschließlich Deutschland wird dieses Verfahren angewendet. Mehr dazu auf: http://www.anti-atom-piraten.de/2012/02/freitagsfilm-gasland/

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