Sind die USA pleite? Crasht der Euro?

Diese Frage tauchte heute wieder bei Bekannten auf. Im Zusammenhang mit der Eurokrise macht man sich ja so seine Gedanken.

Auf Telepolis findet ihr einen Artikel dazu: Die Pleite der USA, 19.04.2011. Und auch noch mehr zum Euro und dessen Krise in den anderen Artikeln dort.

Diejenigen, die sich schon länger aus anderen und alternativen Quellen als den Mainstreammedien informieren, z.B aus Websites wie Die Nachdenkseiten, Telepolis, sowie unzähligen Blog von Aktivisten, wissen dies längst.

Das absurde Wirtschaftsystem des Kapitalismus wurde in seiner Turbovariante “Neoliberalismus” in den letzten 15-20 Jahren betrieben. Mit dem Ergebnis, dass der im Kapitalismus konzeptbedingte Kollaps des Systems um einiges beschleunigt wurde. Die letzten Hürden zur uneingeschränkten Ausbeutung wurden – nur zur Errinnerung – von der Rot-Grünen Regierung unter Kanzler Schröder demontiert und den Bangstern des Börsenparkets Dinge erlaubt, welche normalerweise unter Betrug fallen.

Neben der Demontage des umlage-finanzierten Rentensystem verdanken wir dieser Regierung auch Kriegseinsätze der Bundeswehr zur Sicherung unseres Resourcennachschubs.

Nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht. Das Geld ist verbrannt. Eure Ersparnisse existieren nicht mehr, denn diese wurden von der Deutschen Bank et al. an alle Welt verliehen. Und die haben davon Waren gekauft und können das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen. Und dank explodierender Schulden werden sie es auch nie können – man verschiebt das Ende und den totalen Kollaps nur.

Die Dominosteine fallen bereits und das Ende ist unausweichlich – Totalkollaps.

Gibt es Alternativen?

Sicher. Zum Beispiel den ‘totalen Reset’ des Systems. Damit meine ich die Auflösung aller Verbindlichkeiten, aller Schulden und Ansprüche.  Damit ist man das Problem des unabtragbaren Zinseszinsschuldenbergs los. Alle Menschen deren Vermögen und Einkommen ausschließlich auf Schulden und den Zinseineinnahmen daraus beruhen, sind dann natürlich mittellos.  Und sicherlich wird die Währung sicherlich sprunghaft inflationieren um die in letzter Zeit expandierte Geldmenge wieder dem Realmarkt anzupassen. Aber zumindest bleiben Ersparnisse und Geldvermögen übrig! Man muss kein neues Geld drucken, Menschen können wieder kaufen statt Schulden tilgen und eben auch eine Nachfrage für Produktion von Gütern erzeugen. Und zwar schnell, bevor die Nachfrage und die Produktion dauerhaft wegbricht.

Bei Neustart des Marktes muss darauf geachtet werden, dass keine öffentlichen Schulden mehr gemacht  werden können, sondern diese immer durch Steuern und gegebenenfalls Sonderabgaben gedeckt sein müssen – kein weiteres Schmarotzen auf Kosten der zukünftigen Generationen. Oder die Regierung kann eben kein Geld ausgeben, was nicht da ist.

Und wenn man es nicht macht?

Nun, es wird dann einen Kampf zwischen allen Marktteilnehmern bis zum bitteren Ende geben. Wobei es keinen Gewinner geben kann, sondern der Stärkste stirbt lediglich zum Schluß. Zu diesem Zeitpunkt wird es keinen Markt mehr geben. Alle Firmen sind pleite, fast alle Bürger arbeitslos. Nachfrage und Produktion werden zusammenbrechen (bis auf Lebensnotwendiges). Es wird lange Zeit dauern, bis sich neue Marktstrukturen ausbilden, wachsen und wieder zu einem globalen Handel zusammenfinden. Bis dahin wird es vieles nicht mehr zu kaufen geben.

Auf der Strecke bleiben dabei alle Vermögen der kleinen Bürger und der Mittelschicht, also gut 90%. Diese werden nämlich entweder zum Leben verbraucht oder  kurz vor Schluß von den Banken einkassiert (die meisten Leben auf Pump und wenn man den Kollaps streckt, sind diese Leute pleite, bevor es die Banken sind) und in ihr formales Eigentum verwandeln.

Crashed dann die Währung und ist die Bank selbst groß genug um dieses Event zu überleben (oder werden überlebt, weil politische Spatzenhirne solche Institutionen für system-wichtig halten), dann befindet sie sich in einer ausgezeichneten Position um bei Neustart des unmodifizierten Kapitalismus das zuvor einverleibte Eigentum wieder in einer neuen Währung zu bilanzieren. Gilt natürlich auch für alle sonstigen Grossgrund-, Produktionsmittel und Wohnraumeigentümer.

Mit richtigem Pech ist diese Oberschicht nach dem Crash im Besitz fast aller Immobilien, Grundstücke und Produktionsanlagen. Möglicherweise ist man sogar Eigentümer aller Strassen, der Wasser und Stromversorgung und sämtliche staatlichen Aufgaben sind auf ein Minimum reduziert. Damit ließe sich das Wahlvieh bis zur nächsten Krise in Miet- und Schuldknechtschaft halten und die Oberschicht könnte ein neofeudales Leben auf Kosten dieser Untertanen pflegen.

Beide Varianten zu extrem?

Sicher. Aber das Ergebnis wird irgendwo dazwischen liegen. Wo es hingeht, ist noch nicht entschieden und könnte durch Wahlen und Abstimmungen der Bürger sicherlich beeinflußt werden.

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