Die Abklingbecken von Fukushima. Ein ungelöstes Problem.

Die Abklingbecken der Reaktoren in Fukushima bergen die grösste Gefahr für Japan und die nördliche Hemisphäre des Planeten. Sollten die Becken leckschlagen oder aufgrund eines sehr starken Erbebens (>M7) herabstürzen, so wird es nicht mehr möglich sein den dort gelagerten verbrauchten Brennstoff ausreichend zu kühlen. Ebenso entfällt dann die abschirmende Wirkung des Kühlwassers auf die starke radioaktive Strahlung.

Es wäre dann nicht mehr möglich sich dem Abklingbecken bzw. den Trümmern zu nähern ohne dabei tödlich verstrahlt zu werden. Reparatur und Bergungsmassnahmen werden dadurch praktisch vollständig unmöglich.

Zusätzlich wird es durch die Erhitzung der ungekühlten  Brennelemente nach kurzer Zeit zu einer stark exothermen Reaktion der Zirkoniumlegierung der Brennstoffröhren mit dem Luftsauerstoff kommen und der hochradioaktive Inhalt wird dabei freigesetzt werden. Bei dieser Reaktion werden extrem hohe Temperaturen entstehen. Der dabei entstehenden radioaktiven Rauch wird dadurch in grosse Höhen befördert werden. Von dort aus werden die Höhenwinde die Radioaktivität über die gesamt Nordhemisphäre verbreiten. Auch Europa wird davon betroffen sein. Und mit 6 bis 12 Monaten Verspätung gelangt die radioaktive Wolke auch auf die Südhalbkügel.

Der Fallout dieses Ereignis entspricht dem Fallout von Hunderten von Atombomben. Quasi gleichbedeutend mit einem Atomkrieg.

Warum werden die Brennelemente dann nicht geborgen und woanders gelagert?

Die hohe Strahlung der noch frischen eingelagerten Brennelemente aus den letzten 10 Jahren verhindert eine Räumung der Abklingbecken. Aus diesem Grund ist niemand in der Lage die Brennelemente aus dem Becken zu entfernen und an einen sicheren Ort zu lagern. Selbst nach 10 Jahren Lagerung weist ein einzelnes Brennelement an der Oberfläche eine Strahlung von 100 Sievert/Stunde auf. Diese Strahlung ist nach 3 Minuten tödlich und bereits nach wenigen Sekunden ist eine Krebserkrankung in wenigen Jahren hochwahrscheinlich. Selbst in mehreren hundert Metern Entfernung sind Arbeiten für längere Zeit unmöglich, denn nur eine mindestens 3 bis 5 Meter hohe Wassersäule vermag die Gamma Strahlung ausreichend abzuschirmen.

Jedes Becken enthält tausende abgebrannte Brennelemente. Die Brennelemente können somit auch nicht mit einem Kran einzeln aus dem Becken geholt werden, denn dieser Vorgang würde die Arbeiter einer hohen Strahlung aussetzen und gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich das Zirkonium an der Luft entzündet. Herunterfallen sollte ein Brennelement dabei auch nicht (die Becken liegen auf 30m Höhe), denn auch dabei würde das Brennelement beschädigt und die freigesetzte Strahlung jede weitere Arbeit am Becken für lange Zeit verhindern.

Eine wahrhaft unlösbare Aufgabe. Es bleibt nur mindestens 10 Jahre zu warten und zu hoffen, dass die bereits stark beschädigten Becken in dieser Zeit nicht einstürzen oder leerlaufen.

In Anbetracht der starken Erdbebenaktivität seit dem letzten Jahr in und um Japan ist dies eine gewagte Wette…

Carpe Diem! Nutzt Eure Zeit, denn vieleicht habt ihr bald nicht mehr viel davon übrig.

Quellen:

[…]

Partially spent and fully spent nuclear fuel is extremely hot and radioactive in contrast to fresh fuel.  Safe management of spent fuel rods is quite challenging. A U.S. Nuclear Regulatory fact sheet [1] states that after storage in a cooling pool for 10 years the surface radioactivity of a spent fuel assembly is still  about 10,000 rem/hour [100 Sievert/Stunde].   A 500 rem dose [5 Sievert] delivered to a whole person in a single exposure is fatal.   Close proximity to a single 10-year-old spent fuel assembly would deliver a fatal whole body radiation dose in about 3 minutes.

[…]

If cooling of spent rods is lost for even a short time,   temperature rises so precipitously that the zirconium begins to exothermically oxidize – technical parlance for burning – releasing the radioactive materials contained inside.  Considering the contents of spent fuel rods, a zirconium fire, is an extremely dangerous event.  Storage of spent rods assemblies under least 20 feet of water in  actively circulating cooling pools for at least five years is required before rods can be stored in dry shielded casks.  Loss of cooling water to either a reactor core or a cooling pool is extremely dangerous as was demonstrated in Fukushima and should never be allowed to happen.

[…]

Wer kein Englisch kann, stirbt leider dumm. Aber Unwissenheit ist vieleicht auch ein Vorteil. Es lebt sich glückerlicher und unbeschwerter – auch wenn man am Ende mit allen Anderen sterben wird.

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*