Das Erbe Tschernobyls in Bildern

Am 26. April 1986 entfesselte der Reaktor 4 in Tschnobyl eine durch und durch moderne Plage, welche Städte entvölkerte, ganze Regionen verdammte und unsichtbar in die Körper jener eindringt, welche dieser destruktiven Präsenz ausgesetzt sind.

Chernobyl Legacy – Paul Fusco

Der Fotograph Paul Fusco dokumentiert in eindringlichen Bildern die Konsequenzen des Reaktorunfalls in Tschernobyl. Zwanzig Jahre nach der Katastrophe sind die Menschen der Ukraine und des Belarus gezeichnet von den Auswirkungen der allgegenwärtigen radioaktiven Kontamination. Die unglaublichen Deformationen, Krankheiten und Leiden werden die Menschen dort noch für Jahrtausende begleiteten. Insbesonders die Kinder und damit die Zukunft des Landes sind davon betroffen.

Ein Schicksal, welches nun auch Japan nach der dreichfachen Kernschmelze in Fukushima und der weiträumigen Kontamination wird teilen müssen. Bis in 300km Entfernung lassen sich die Spalt- und Aktivierungsprodukte – darunter Plutonium und Americium, zwei gefährliche langlebige Alpha-Strahler – im Boden, im Wasser, den Pflanzen und den Lebensmitteln nachweisen.

Noch werden die Konsequenzen des Unfalls von der japanischen Regierung und der Atomlobby heruntergespielt. Noch scheint man sich an die Hoffnung zu klammern den Boden dekontaminieren und das Land neu aufbauen zu können. Doch es gibt keine Technologie um die radioaktiven von den stabilen Isotopen zu trennen. Es ist weder möglich den Boden auf Hunderten von Quadratkilometern abzutragen, noch gibt es einen Ort um diesen Boden für Jahrtausende zu lagern.

Statt eine Verbreitung der Radioaktivität zu unterbinden, werden die mittlerweile radioaktiven Trümmer der durch den Tsunami zerstörten Orte in ganz Japan verteilt und in normalen Müllverbrennungsanlagen entsorgt. Dabei wird durch die Schornsteine die Radioaktivität erneut freigesetzt und verseucht auch andere weit von Fukushima entfernte Orte in Japan.

DIe Grenzwerte für Radioaktivität in Lebensmitteln wurden enorm erhöht. Dinge, welche hierzulande als Atommüll entsorgt werden müssten und deren Besitz und Verbreitung in Deutschland mit hohen Bussgeldern geahndet wird, werden als Zutaten für die Schulspeisungen in der Provinz Fukushima verwendet und wissentlich und vorsätzlich im ganzen Land als Lebensmittel verkauft. Schlimmer noch, man fordert die japanische Bevölkerung in Werbespots sogar zum aktiven Kauf dieser Produkte auf um damit der Provinz Fukushima wirtschaftlich zu helfen.

Bereits ein Jahr nach dem Unfall weisen 30% der Kinder der Region auffällige Knoten in der Schilddrüse auf. Cäsium reichert sich in Muskeln – auch dem Herzmuskel – an und führt dort zu Störungen des Kreislaufs, Herzinfakten und chronischen Entzündungen. Strontium wird in die wachsenden Knochen wie Kalzium für lange Zeit eingelagert und verursacht durch die dauerhafte Bestrahlung des Knochenmarks  Leukämie. Auch die anderen 200 radioaktiven Isotope gelangen nach und nach über die Nahrung und die Luft in den Körper, werden dort in den Organen konzentriert und induzieren über kurz oder lang verschiedene Formen von Krebs.

Die Strahlung schädigt auch das Erbgut der Keimbahnzellen, insbesonders die Eizellen. Die Schäden werden an die nächsten Generationen weitergegeben, wobei mit jeder Generation mehr und mehr Fehler hinzukommen. Nach vielen Generation ist zu befürchten, dass immer weniger Embryonen aufgrund der Schäden überhaupt noch lebensfähig sind. Und am Ende wird es gar keine Kinder mehr geben.

All diese Zusammenhänge sind der Forschung seit mindestens 20 Jahren bekannt. Gehandelt wird nicht danach. Zu gross sind die Profite für Wenige. Zu verkommen sind Moral und Ethik. Zu dumm und zu ignorant ist das Wahlvieh. Es scheint, ein Jeder denkt “nach mir die Sintflut”?

Es ist nicht eine Frage des Ob sondern lediglich der Zeit bis ein weiteres der mittlerweile sehr betagten AKWs  einen schwerwiegenden Unfall haben wird.

Es ist lediglich eine Frage des “Wo”. Die Chancen stehen gut, dass das nächste Ereignis in den USA oder in Europa statt finden wird.

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